
IHK Ulm
Auf dem „IHK-Forum
Markt + Wissen“ wurden herausragende Projekte präsentiert, die sich durch eine
Kooperation zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen und Firmen aus der Region
auszeichnen.
Drei verschiedene Projekte mit den Themen medizinische Bauteile,
Lkw-Transporte und Proteine wurden auf dem "IHK- Forum Markt + Wissen"
vorgestellt. Den Besuchern wurden die oft komplexen Zusammenhänge einfach und nachvollziehbar
von den Referenten erklärt. Unter ihnen war auch Bundesforschungs-Ministerin
Dr. Annette Schavan. Der maßgebliche Kooperationsvermittler ist dabei die IHK. Die
IHK versucht viele weitere erfolgreiche Kooperationen anzustoßen. "Unsere
Erfahrung lehrt uns, dass Wirtschaft und Wissenschaft gerade bei kleinen und
mittleren Unternehmen nur schwer zueinander finden", so IHK-Präsident Dr. Peter
Kulitz. "Deshalb hat die IHK Ulm hier für das Instrument Top-Wissenschaft
entwickelt."
wichtig: familienfreundlichere Arbeitszeiten für Lkw-Fahrer
Dynamic Truck-Meeting ist ein Projekt zur Optimierung von Lkw-Transporten
in ganz Deutschland. Mit Hilfe von Prof. Dr.-Ing. Oliver Kunze (Hochschule Neu-Ulm)
und Prof. Dr.-Ing. Hartwig Baumgärtel (Hochschule Ulm) optimieren wissenschaftliche
Teams anhand von wissenschaftlichen Berechnungen und Simulationen die Wegstrecken,
Ladungen und Lieferziele von Lkw-Transporten. Dadurch versuchen sie eine
geringere Verkehrsbelastung, niedrigere Kosten und trotzdem eine höhere
Auslastung der Lkw zu erzielen.
"Als besonders positiver Effekt tritt dabei auf, dass die betroffenen
Lkw-Fahrer öfters am Abend bei ihren Familien sein können", sagte Harald
Seifert, geschäftsführender Gesellschafter der Seifert Logistics GmbH, Ulm. Er verdeutlichte den Zuhörern, wie elementar wichtig es ist, familienfreundlichere
Arbeitszeiten für Lkw-Fahrer zu schaffen. Bereits heute besteht ein großes Problem,
die notwendige Anzahl an Fahrern zu bekommen. Diese Problematik wird sich mit den
künftig steigenden Warenströmen noch deutlich verstärken.
IHK Ulm: wichtiger Kooperationstreiber
Prof. Dr. Karsten Urban von der Universität Ulm präsentierte
zusammen mit dem Entwicklungsleiter Dr. Ulrich Langlotz von der Ulrich Medical
in Ulm ein weiteres Kooperationsprojekt vor. Eine Kontrastmittelpumpe wurde so mit mathematischen Methoden verbessert,
dass die Steuerung des Kontrastmittelflusses bei computertopographischen
Untersuchungen optimal wird. Das spart Behandlungszeit und –kosten und kommt im Endeffekt dem
Patienten zugute. Prof. Dr. Urban und Dr. Langlotz betonten dabei, wie wichtig
die Rolle der IHK Ulm als Kooperationstreiber ist.
langfristig: günstigere Medikamente
Über das dritte Projekt staunte nicht nur Bundesforschungsministerin
Dr. Schavan. Es beschäftigt sich mit der Produktion von "lebenden Arzneimitteln",
den so genannten Biopharmazeutika. Prof. Dr. Hans Kiefer, Institut für Pharmazeutische Biotechnologie
Hochschule Biberach, und Franz Nothelfer, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH
& Co. KG erklärten, wie schwierig es ist, Proteine dazu zu bewegen, sich
als Kristalle abzusondern. Das Projekt zielt darauf ab, eine kostengünstige
Methode zum Herausfiltern des reinen Wirkstoffes zu finden. In dieses Projekt
wird viel Geld investiert. Langfristig führt es aber dazu, dass Arzneimittel
erheblich günstiger werden.
Neues Instrument "Top-Wissenschaft"
Die IHK Ulm setzt auf das neue Instrument "Top-Wissenschaft":
Eine bewusst schlank und benutzerfreundlich gestaltete Systematik für suchende Unternehmen
führt zu passende wissenschaftlichen Instituten. IHK-Hauptgeschäftsführer Otto
Sälzle: "Wir fordern und fördern Kooperationen zwischen Wissenschaft und
Unternehmen in der Region, um bereits heute den Vorsprung von morgen zu sichern."
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