Chefs im Gespräch

Vertreter aus Unternehmen und Gewerkschaft diskutieren mit Jugendlichen über die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise

Ulm (Stadt) | 04.08.2010

Chefs im Gespräch Chefs im Gespräch

Faule Kredite in den USA, für Profis kaum noch zu durchblickende Finanzprodukte, unkontrollierte Ratingagenturen, Insolvenzen von Großbanken, ein Rettungsschirm aus Steuergeldern für „systemrelevante“ Institute.

Die Krise geht, der Aufschwung kommt, doch was bleibt? Ein Vertrauensverlust in Politik und Management? Was haben wir aus der Krise gelernt? 65 Schülerinnen und Schüler von Gymnasien aus der IHK-Region Ulm nutzen die Chance, im Haus der Wirtschaft mit zwei Unternehmern und einem Gewerkschaftsvertreter ins Gespräch zu kommen. Brachten engagiert ihre Beiträge und konkreten Fragen in die Diskussion ein. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Friedrich-Ebert-Stiftung gemeinsam mit der IHK Ulm.

Forderungen und Denkanstöße vom Profis

Dr. Stefan Brand, Geschäftsführer der Vollmer Werke Maschinenfabrik GmbH in Biberach, forderte eine neue Wertediskussion. Durch die Krise sei deutlich geworden, dass es wichtig ist, sein Verhalten an Werten wie Nachhaltigkeit und Verantwortung zu orientieren. Aber auch unser Konsum- und Medienverhalten zu überdenken. Er empfahl den Jugendlichen, sich einzubringen und sich in die politische Diskussion einzumischen.
„Wir alle müssen unser Verhalten verändern und ein Bewusstsein für Solidarität entwickeln. Veränderung beginnt bei jedem einzelnen“, sagte Michael Braun von der IG Metall.
„Wenn das Wohl des Einzelnen über das der Gesamtgesellschaft steht, kann das auf Dauer nicht gut gehen. Jeder von Ihnen beeinflusst mit seinem Verhalten unternehmerische Entscheidungen“, so Gerhard Häge, Geschäftsführer der Soft-Consult Häge GmbH, Langenau, „und wir haben es als Gesellschaft akzeptiert, dass 70 Prozent der Dinge, die wir brauchen, nicht mehr in Deutschland produziert werden. Wir müssen uns rational verhalten, uns informieren und die langfristigen Folgen unseres Handelns bedenken“.

Trotz der Krise, von der die ganze Welt betroffen war, konnte in Deutschland das Beschäftigungsniveau auf einem hohen Niveau gehalten werden.

„Die soziale Marktwirtschaft hat gerade in der Krise bewiesen, dass sie in Deutschland funktioniert“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle bei seiner Begrüßung. “Die Tarifparteien, insbesondere die IG Metall sowie die Arbeitgeber haben bei den Tarifverhandlungen durch den Einsatz des gesetzlichen Instruments der Kurzarbeit die soziale Marktwirtschaft konkret gelebt, dadurch wurden Folgen der Krise abgemildert und einen maßgeblichen Beitrag zu deren Überwindung geleistet.“