Schlecker

Schlecker: Erhalt der Arbeitsplätze hat Vorrang

Ulm (Stadt) | 31.01.2012

Schlecker-Filiale, Foto: B4BSCHWABEN
Schlecker-Filiale, Foto: B4BSCHWABEN

Rund 30000 Arbeitsplätze sind von der Insolvenz der Drogeriemarktkette Schlecker betroffen. Dennoch sieht der beauftrage Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz „Substanz“, um Schlecker vollständig zu sanieren.

Bei der gestrigen Pressekonferenz in der Schlecker-Firmenzentrale in Ehingen teilt Arndt Geiwitz mit, dass der Geschäftsbetrieb regulär weiterläuft. Die großen Zulieferer hatten angekündigt weiter an Schlecker zu liefern. Meike Schlecker, die Tochter des Firmengründers stellte gestern klar, dass es kein größeres Familienvermögen mehr vorhanden ist, um die Drogeriemarktkette zu sanieren. Alle vorhandenen Ressourcen wurden bereits in die Fortführung und den Erhalt des Unternehmens investiert. Damit bedeutet die Insolvenz der Schlecker e.K. die Privatinsolvenz des Firmengründers Anton Schlecker. Die Rechtsform e.K. bedeutet, dass der Eigentümer mit seinem Privatvermögen für das Unternehmen haftet.

Insolvenzverwalter sieht „Substanz“

Der Insolvenzverwalter Geiwitz stellte anlässlich der Pressekonferenz aber klar, dass er dennoch Möglichkeiten sieht, das Schlecker restrukturieren zu können. Sami Sagur, Chief Financial Officer bei Schlecker erklärte über den Schlecker blog, dass die Mehrheit der Schlecker-Filialen schwarze Zahlen schreibe. Auch die Auslandsgeschäfte von Schlecker seien von der Insolvenz nicht betroffen. Als wesentlicher Bestandteil bei der Neupositionierung des Unternehmens seien allerdings vor allem „die Erfahrung und der Sachverstand der Beschäftigten“ gefragt, erklärte Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für den Handel.

Schlecker Mitarbeiter: „wichtigstes Kapital von Schlecker“

Am vergangenen Sonntag hatte es bereits erste Gespräche mit verdi bezüglich der von der Insolvenz betroffenen Arbeitsplätze gegeben. Der Erhalt der 30.000 Arbeitsplätze habe für beide Seiten, Firmenmanagement sowie verdi, höchste Priorität. Auch Christel Hoffmann, Schlecker-Gesamt-Betriebsratsvorsitzende, sieht die Beschäftigten als „das wichtigste Kapital von Schlecker“: „Die Frauen haben über viele Jahre mit Ausdauer und Engagement ihre Rechte erkämpft, und sie werden auch in Zukunft ihre Kraft für den Erfolg des Unternehmens einsetzen“, unterstrich Hoffmann. Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske sagte den Schlecker-Beschäftigten die Unterstützung der gesamten Organisation zu: „Die Situation ist dramatisch. Es stehen mehr als 30.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Wir werden uns als Gewerkschaft mit aller Kraft für die zig-tausend Kolleginnen und Kollegen einsetzen.“

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