Ulm (Stadt) | 07.10.2010
Viele Ausbildungsplätze sind noch unbesetzt. Offene Stellen vor allem noch im Bereich der Lebensmittel zu vergeben. Ausbildungswillen dennoch ungebrochen.
Der erfreuliche Rückgang der Arbeitslosenzahl im Ulmer Raum und im Alb-Donau-Kreis hat die Zuversicht des Handwerks, den Ausbildungspakt auch in diesem Jahr zu erfüllen, nicht enttäuscht: 685 Neueintragungen im Kreis Ulm und im Alb-Donau-Kreis in die Lehrlingsrolle der Handwerkskammer Ulm zeigen den ungebrochenen Ausbildungswillen des Handwerks. Im gesamten Gebiet der Handwerkskammer Ulm, das von Ellwangen bis zum Bodensee reicht, haben 2911 Auszubildende am 1. September ihre Ausbildung in einem Handwerksberuf begonnen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein leichter Rückgang von drei Prozent. Im gesamten Kammergebiet können auf Grund des Rückgangs der Bewerber derzeit 294 Lehrstellen nicht besetzt werden. Im Kreis Ulm und im Alb-Donau-Kreis sind es 73 offene Lehrstellen.
Hier fehlen die Auszubildenden
Besonders im Lebensmittelbereich werden noch Auszubildende für die Berufe Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk der Fachrichtung Fleischerei und Bäckerei gesucht. Viele Lehrstellen gibt es noch in der Metall-, Elektro- sowie in der Baubranche. Informationen hierzu können in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Ulm unter www.hk-ulm.de „Lehrstellenbörse“ abgerufen werden.
Betriebe müssen eigene Fachkräfte ausbilden
„Die Entwicklung zeigt, dass der Ausbildungsmarkt im Umbruch ist“, so Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm. „Wir stehen mitten in einem einschneidenden Fachkräftemangel. In den nächsten Jahren wird es mehr offene Ausbildungsplätze geben als Bewerber“, sagt er und verbindet das mit einem deutlichen Appell an die Betriebe: „Wer heute nicht die Fachkräfte von morgen ausbildet, wird künftig größte Schwierigkeiten haben, Stellen zu besetzen.“
Anzahl der ausbildenden Betriebe steigt
In der Handwerkskammerregion Ulm und auch im Landkreis Ulm/Alb-Donau-Kreis ist die Bereitschaft der Betriebe auszubilden weiter ungebrochen hoch. Dies zeigt die beachtliche Anzahl an Handwerksbetrieben, die zusätzliche neue Ausbildungsplätze gemeldet haben. Allein 169 Ausbildungsplätze konnten in diesem Jahr im Rahmen des Ausbildungspaktes dazugewonnen werden, darunter finden sich 65 erstausbildende Betriebe.
Einstieg in die Ausbildung ist jederzeit möglich
Zwar habe das neue Ausbildungsjahr bereits begonnen, so Mehlich, es seien jedoch noch viele Lehrstellen im Handwerk frei bzw. wurden nicht besetzt, da etliche Jugendliche ihre zugesagte Stelle nicht angetreten haben. Allen Jugendlichen, die noch ohne Lehrvertrag sind, empfiehlt Mehlich, sich an die Berufsberater der Handwerkskammer oder der Agenturen für Arbeit zu wenden. Mehlich: "Ein Einstieg in die Ausbildung ist jederzeit möglich. Wer ausbildungsfähig und ausbildungswillig ist, bekommt auch einen Ausbildungsplatz."
Für alle Jugendlichen, die sich bei der Auswahl des richtigen Berufes noch unsicher sind, gibt es das Angebot der Einstiegsqualifizierung. Die Handwerksbetriebe suchen noch für 341 Plätze an Einstiegsqualifizierungen geeignete Bewerber.