
Handwerkskammer Ulm
Die Handwerkskammer Ulm kritisiert den Förderstopp für
erneuerbare Energien. In einem Brief an die Bundes- und Landtagsabgeordneten
hat sie dazu aufgerufen, diesen Eingriff wieder zu korrigieren.
Die Bundesregierung
müsse fortgesetztes Interesse an der Umsetzung privater Investitionen haben,
die durch den Förderstopp gefährdet seien, so Anton Gindele Präsident der
Handwerkskammer Ulm. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in dem sich die
Wirtschaft wieder zu erholen beginne, würden Anreize ausgebremst. Insbesondere
in unserer Region werde man die Einstellung spüren. In der Region Ulm und Alb-Donau-Kreis
sind beispielsweise rund 510 Betriebe des Elektro- und Metallgewerbes aktiv,
die jetzt von heute auf morgen ihren Kunden beibringen müssten: „Pustekuchen,
es gibt doch kein Geld für Eure Klimainvestitionen.“
Gindele kritisierte
insbesondere auch den Stil, mit dem die Förderung eingestellt wurde: Von heute
auf morgen, ohne schleichenden Ausstieg, vielmehr zum Teil sogar rückwirkend.
„Das wird viele Häuslebauer mitten im Projekt heftig treffen.“
Förderstopp erschüttert Vertrauen
Auch der
Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Ulm, Max Semler, kritisierte
die plötzliche Wende der Politik und fragte danach, wie die Bundesregierung
denn ihre selbst gesetzten Klimaschutzziele erreichen wolle: „Dieser Schwenk
der Regierung wird bei vielen Betrieben und dem privaten Häuslebauer das
Vertrauen erschüttern, dass die Klimaschutzziele wirklich verfolgt und erreicht
werden sollen. Der Flurschaden dieser Entscheidung wird groß sein.“ Die Bundesregierung
hatte sich 2007 zum Ziel gesetzt, den Anteil erneuerbarer Energien am Wärmemarkt
auf 14% im Jahr 2020 zu steigern. Das jetzt gestoppte Programm war Kern dieser
Umsetzungsstrategie.
Durch die
Haushaltssperre wird der Einbau von Solarkollektoren, Biomasseheizungen und Wärmepumpen
nicht mehr gefördert. Die Anreizprogramme sollten eigentlich dafür sorgen, dass
zum Beispiel alte Heizungsanlagen durch umweltschonende Anlagen ersetzt werden.
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