Sigmaringen | 27.06.2011

Johannes Übelhör (Stadtwerke Bad Saulgau), Thomas Zimmerer (Landwirt Eselsmühle) und Elektromeister Hermann Geng freuen sich auf
Den Anfang machte der Bauernhof „Eselsmühle“ am Rand von Bad Saulgau. In naher Zukunft werden die Stadtwerke Saulgau die komplette Strom-Versorgung auch in den Teilorten übernehmen.
Zufrieden nimmt Thomas Zimmerer einen kräftigen Schluck aus einem Glas, gefüllt mit der eigenen Kuhmilch. „Energie tanken“, sagt der Landwirt augenzwinkernd. Die Energie, sprich den Strom für sein landwirtschaftliches Unternehmen, liefern seit April die Stadtwerke Bad Saulgau.
Strom-Versorgung reichte nicht für Landwirtschaft
Zimmerers Milchwirtschaft-Betrieb, besser bekannt als „Eselsmühle“, hatte schon seit geraumer Zeit mit erheblichen Strom-Schwankungen zu kämpfen. Wenn die Melkanlage lief brachten parallel laufende Maschinen die Spannung an die Leistungsgrenze. Dann kam der Kuhstall-Neubau. Der Bautrupp rückte an mit Kran und schwerem Gerät. Das führte zum endgültigen Kollaps. „Die komplette Anlage war plötzlich lahmgelegt“, erinnert sich Zimmerer.
Stadtwerke Bad Saulgau schaffen Abhilfe
In seiner Not wandte sich der Landwirt, der bis dato am Netz der EnBW hing, an die Stadtwerke Bad Saulgau. Die Stadtwerke reagierten ihrerseits schnell und unkompliziert. „Wir haben eine Notleitung aus der Kläranlagen-Station zum Hof gelegt“, erklärt Stadtwerke-Elektromeister Hermann Geng. Auf der Suche nach dem sinnvollsten Verteilungs-Punkt wurden die Stadtwerke dann rasch fündig: In Anbetracht des erhöhten Strombedarfs erwies sich das städtische Netz als die wirtschaftlichste Anschlussmöglichkeit.
Strom der Stadtwerke steht allen offen
Es folgten Gespräche mit der EnBW. Ergebnis: Wer auf der Gemarkung Bad Saulgau liegt, kann den Anbieter wechseln. Für Zimmerer war klar: „Ich wechsle zu den Stadtwerken, die mir jetzt das Netz stellen und den Strom liefern.“ Zwischen altem und neuem Stallgebäude laufen in einer eigens errichteten Station die Leitungen zusammen. „Und das ohne Probleme und mit deutlich verbesserten Anschlusswerten“, wie Zimmerer nach den ersten Wochen zufrieden bilanziert.
EnBW stellt sich nicht quer
Was als „Rettungsaktion“ für die in Stromnöte geratene Eselsmühle begann, ist „ein Baustein im Vorgriff auf das, was wir im Großen machen werden“, sagt Johannes Übelhör, Bereichsleiter Technik bei den Stadtwerken. Will heißen: Die Stadtwerke bekommen die Konzession für die Kernstadt und sämtliche Ortsteile. Die große Aufgabe dabei: Die technische Entflechtung mit unzähligen Kilometern Kabel und etlichen Mess- und Schaltstellen. Die Kompetenz der Stadtwerke hat auch die EnBW überzeugt. „Die Übernahme-Gespräche im Falle Eselsmühle verliefen sehr positiv“, weiß Übelhör.
Große Pläne bei den Stadtwerken Bad Saulgau
„Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Übernahme der Stromnetze in ganz Bad Saulgau, freuen wir uns darauf, unseren Gas- und Wasserkunden nun endlich auch Strom anbieten zu können“, sagt Stadtwerke-Vertriebsleiter Martin Träger. Nach dem Motto: „Alles aus einer Hand – nicht nur in der Kernstadt, sondern auch in den Teilorten.“
Wichtiger Schritt für Bad Saulgau
Ein Schritt zum richtigen Zeitpunkt, wie auch Thomas Zimmerer meint. „Es geht darum, dass wir unser Netz in Bad Saulgau vernünftig ausbauen und auf die Zukunft ausgelegte Voraussetzungen schaffen“, sagt der Gemeinderat.
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