
HYMER AG
Trotz eines geplanten Abbaus von 50 weiteren Stellen will Hymer AG auf die Stellenkürzungen verzichten, insofern die Mitarbeiter zwei Jahre auf tarifliche Sonderzahlungen verzichten.
„Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, wollen wir keine weiteren Entlassungen vornehmen. Jeder zusätzliche Personalabbau kostet den Stammsitz Bad Waldsee Substanz an Wissen, Erfahrung und Motivation“, äußert sich Finanz- und Personalvorstand Frank Mallet über den Entlassungsstop des Unternehmens. Zwischen der HYMER AG, deren Betriebsrat und der IG Metall wurde im vergangenen Jahr ein Interessenausgleich und Sozialplan über den mehrstufigen Abbau von insgesamt 189 Arbeitsplätzen abgeschlossen. Hiervon wurden in einer ersten Umsetzungsstufe bereits 85 Stellen abgebaut. Auf die weiteren 50 will das Unternehmen nun verzichten.
Anhaltender Marktrückgang in Europa
Die stark exportorientierte Marke HYMER leidet allerdings unter dem anhaltenden Marktrückgang in Europa. Davon ist insbesondere der Standort Bad Waldsee betroffen, weswegen dort auch die Personalkostenquote deutlich über dem Konzerndurchschnitt liegt. Aus rein betriebswissenschaftlicher Sicht müsste das Unternehmen eigentlich die zweite Stufe des Sozialplans angehen, so Mallet. „Um dies zu vermeiden, haben wir die IG Metall um Verhandlungen gebeten mit dem Ziel, durch einen befristeten Verzicht der Mitarbeiter auf tarifliche Sonderzahlungen weitere Entlassungen zu vermeiden.“
Ausgestaltung von Verhandlungsgesprächen abhängig
Das weitere Vorgehen und die genaue Ausgestaltung sollen nun mit dem Tarifpartner verhandelt werden. Inwieweit soziale Härtefälle berücksichtigt werden können und wie eine entsprechende Beteiligung von Vorstand und leitenden Führungskräften am Standort aussehen kann, wird Inhalt der anstehenden Gespräche sein.
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