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Die Krise macht vorsichtig

Ravensburg | 21.10.2010

Ravensburger Industriegesrpäche
Ravensburger Industriegesrpäche

„Finanzieren nach der Krise“ lautete das Thema der Ravensburger Industriegespräche. Es geht aufwärts in Deutschland, doch die Krise ist noch nicht überstanden.

Die Ravensburger Industriegespräche organisierten die Studiengängen Industrie, International Business und Bank sowie dem Verein Förderer und Alumni der Dualen Hochschule Ravensburg. „Die Finanzkrise ist noch nicht ausgestanden“, warnte Jürgen Schulte-Laggenbeck, Finanzvorstand der Otto Group, in seinem Impulsreferat, „und bis dahin gilt: Cash is king.“

Nicht nur auf ein Pferd setzen

Es ist weiterhin Vorsicht geboten, rät der Finanzexperte der Otto Group bei den Ravensburger Industriegesprächen. Die Wirtschaftsprognosen in Deutschland erscheinen wieder rosig, die Krise ist aber noch nicht überstanden. Ganz wichtig sei in den kommenden Monaten, wie sich die Bankenregulierung und die Konjunktur gestalten. Auch in Deutschland hat Schulte-Laggenbeck den Eindruck, dass „die Kreditklemme bei Mittelständlern noch vorhanden ist“.

Mit Vorsicht sei auch die Entwicklung der Immobilienmärkte in den USA und in China zu genießen. Dort sieht er die Gefahr neuer Spekulationsblasen. Unternehmen rät er, bei ihren Finanzierungsquellen auf mehrere Pferde zu setzen, „Diversifikation“ ist hier das Schlagwort. „Außerdem ist derzeit die Liquidität die strategisch wichtigste Ressource“, so Schulte-Laggenbeck. Nicht nur einmal betonte er in seinem Vortrag bei den Ravensburger Industriegesprächen: „Cash is king.“

Nicht nur sich selbst im Blick haben

Vorsicht sei aber auch im Hinblick auf die Konjunktur angesagt, „die entwickelt sich weltweit heterogen“. Der Finanzvorstand nannte als Beispiel die Schwellenländer als Motor der Weltwirtschaft. Was aber, wenn es etwa in China nicht mehr nur steil bergauf geht? Keine Frage, verwies Schulte-Laggenbeck auch auf die guten Zahlen der Otto Group, die die Wirtschaftskrise recht gut gemeistert habe.

Größte Herausforderung für Otto schon lange vor der Krise war die Entwicklung vom reinen Kataloghandel zum E-Commerce. „in dieses neue Geschäftsfeld sind wir extrem früh eingestiegen“ so der Finanzvorstand. Dazu kommt, dass Otto heute nicht nur mit typischer Katalogware handelt, sondern sich auch als Finanzdienstleister, Logistiker und als Reisedienstleister positioniert. „Otto ist heute weit mehr als Otto.“ 48.000 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen derzeit.

Vertreten von Banken und Unternehmen waren anwesend

Im Laufe der Ravensburger Industriegespräche sprachen weitere Referenten Vertreter der großen Banken der Region zu Wort. Diese kamen von den Kreissparkassen Ravensburg und Biberach sowie von der Commerzbank. Aber auch Unternehmensvertreter haben das Thema der Ravensburger Industriegespräche näher beleuchten. Referenten von Vetter Pharma-Fertigung, SAP und Dentler Rehatechnik besuchten die Ravensburger Industriegespräche. Es ging genauso um Basel II wie um Ansätze zur Unternehmensführung und die Branche Erneuerbare Energie. Unter den Referenten der Ravensburger Industriegespräche war so mancher DHBW-Absolvent. „Das macht uns besonders stolz“, sagte Professor Karl Heinz Hänssler, Rektor der DHBW.

Fachwissen und Einblick in die Berufswelt wurde vermittelt

Die heutigen Studenten erfuhren damit bei den Industriegesprächen nicht nur viel Wissenswertes, sondern auch, in welche Positionen ihr Studium sie führen kann. Jürgen Schulte-Laggenbeck von der Otto Group gab ihnen noch Folgendes mit auf den Weg: „Es kommt nicht nur darauf an, was sie für fachliche Fähigkeiten haben, sondern vor allem auch darauf, wie sie an ihre Arbeit rangehen und wie engagiert sie sind.“ Er muss es wissen, denn als Diplom-Wirtschaftsingenieur war sein Weg zum Finanzvorstand nicht gerade vorherbestimmt.
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