Friedrichshafen/Bodensee | 05.08.2010
Der Antriebssystem- und Energieanlagenspezialist Tognum beginnt heute die Bauarbeiten für das künftige Materialwirtschaftszentrum (MWZ) für seine Tochtergesellschaft MTU mit dem symbolischen ersten Spatenstich.
Mitte des Jahres 2012 im Vollbetrieb
Dann soll es den Standort Friedrichshafen sowie weitere Standorte des weltweiten Produktionsnetzwerkes mit Komponenten und Baugruppen versorgen. Das Investitionsvolumen beträgt rund 47 Millionen Euro. „Die zentrale Materialwirtschaft wird spätestens ab Mitte des Jahres 2012 für eine deutlich effizientere Produktion am Standort Friedrichshafen sorgen“, sagte Dr. Ulrich Dohle, Tognum-Vorstandsmitglied für Technology & Operations. Es ersetzt mehrere Außenlager, über die bisher die Teileversorgung erfolgte.
Tognum-Gruppe optimiert Teileversorgung für Produktion
Im MWZ werden künftig Teile aus eigener Fertigung sowie von Lieferanten entgegen genommen. Anschließend gelagert, teilweise zu Baugruppen vormontiert und einbaufertig an die Montagelinien geliefert. Das aufwändige Zusammenstellen der Komponenten aus verschiedenen Lagern wird vereinfacht. Leerfahrten der Logistikfahrzeuge werden vermieden, Materialbestände und Logistikkosten verringert. In einem möglichen zweiten Bauabschnitt ist auch der Versand von Großkomponenten und fertigen Motoren möglich.
Ausbau des globalen Produktionsnetzwerks
Der Bau des Materialwirtschaftszentrums ist Teil des Ausbaus des globalen Produktionsnetzwerks mit dem die Tognum-Gruppe ihre Unternehmensstrategie verwirklicht. In Aiken im US-Bundesstaat South Carolina entsteht derzeit das neue Montage- und Fertigungswerk für den nordamerikanischen Markt. Es wird in diesem Herbst seinen Betrieb aufnehmen. In Asien und in Pune (Indien) richtet die Tognum-Gruppe einen Entwicklungsstandort ein. Das Werk in Suzhou (China) wird um eine Montagelinie für dezentrale Energieanlagen erweitert. Eine Fertigungslinie für Zylinderlaufbuchsen ist seit kurzem in Istanbul (Türkei) in Betrieb. Mehrere Produktionsstandorte, wie zum Beispiel Suzhou, erhalten ihre montagefertigen Teile künftig aus dem Materialwirtschaftszentrum Kluftern.
Dem Baubeginn waren umfangreiche Prüfungen der Standortalternativen und Verhandlungen vorausgegangen.
Nachdem die Stadt Friedrichshafen der Tognum-Gruppe das Gelände bei Kluftern im Jahr 2008 angeboten hatte, brachten die politischen Gremien das Gelände innerhalb von zwei Jahren zur Baureife. Tognum-Vorstandsmitglied Dr. Ulrich Dohle dankte den Beteiligten ausdrücklich für diese Unterstützung. Nur so sei die Produktion in einem Hochlohnland wie Deutschland wirtschaftlich machbar, was wiederum Arbeitsplätze sichere.
Von Anfang an wurden Städte- und landschaftsplanerische Aspekte berücksichtigt. Mit hohem finanziellem Aufwand wird das Gebäude in die Landschaft eingefügt. In dem der nördliche Teil des 46.000 Quadratmeter großen Gebäudes in einen Hang eingelassen wird. Die Dachfläche ist größtenteils begrünt. Vom eigentlichen Betrieb des MWZ wird später außer an- und abfahrenden Lastwagen nur wenig zu vernehmen sein. Das Be- und Entladen der Lastwagen erfolgt überwiegend in einer geschlossenen Halle.
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