Friedrichshafen/Bodensee | 08.09.2010

InterSky-Geschäftsführer Claus Bernatzik
Das deutsche Bundeskabinett hat einen Gesetzesentwurf erarbeitet, der für Fluggesellschaften eine Luftverkehrsabgabe vorsieht. Airlines, die von deutschen Flughäfen starten, müssen ab sofort für Flüge ab 2011 eine Luftverkehrsabgabe bezahlen.
Die geplante Steuer stößt auf breite Ablehnung. Auch die Bodensee- Airline InterSky ist gegen die deutsche Luftverkehrsabgabe – sie sehen darin Wettbewerbs-Nachteile.
Bernatzik bezieht Stellung
Claus Bernatzik, Geschäftsführer der InterSky: „Für keine andere Branche kommt es derzeit so knüppeldick, wie für die Luftfahrt. Zuerst die Finanzkrise, dann ein Vulkan und jetzt auch noch eine Luftverkehrsabgabe." Bernatzik sieht durch die Besteuerung einen deutlichen Wettbewerbs-Nachteil der deutschen Airlines und vermutet, dass ein weiterer wirtschaftlicher Aufschwung durch die deutsche Bundesregierung verhindert wird. „Sollte die Luftverkehrsabgabe so beschlossen werden, begünstigt die Bundesregierung eine Abwanderung der Fluggäste ins benachbarte Ausland. Die Steuer ist kontraproduktiv und schadet der gesamten Wirtschaft", bezieht Bernatzik klar Stellung.
Roger Hohl, Marketingchef der InterSky, betitelt die geplante Luftverkehrsabgabe zynisch als „RDDS-Abgabe", was so viel heißt wie „Rettung des Deutschen Staates". Der eigentliche Hintergrund dieser Steuer sei nämlich kein ökologisches Engagement der deutschen Bundesregierung, sondern diene ausschließlich dem Zweck, die leeren Kassen zu füllen, sagt Hohl.
Tickets werden teurer
Die Luftverkehrsabgabe ist als dreistufige entfernungs-abhängige Steuer geplant. Für Inlandsflüge und Kurzstreckenrouten in Europa werden acht Euro pro Passagier fällig. „Der Preiswettbewerb unter den Fluglinien ist derart groß, dass hier kein weiter Spielraum ist", sagt Claus Bernatzik. Die erhöhten Kosten muss InterSky, wie andere Airlines auch, an die Fluggäste weiterverrechnen.
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