Boehringer Ingelheim

Boehringer Ingelheim-Preis 2010

Biberach | 23.07.2010

Boehringer Ingelheim-Preis 2010 Quelle: Boehringer Ingelheim

Der mit 20.000 Euro dotierte Boehringer Ingelheim-Preis geht 2010 an Dr. med. Andrea Tüttenberg und an Dr. med. Martin Götz, beide von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Was haben Sie geleistet?

Die Untersuchungen von Andrea Tüttenberg zur „ Entwicklung/Optimierung einer effizienten DC-basierten Vakzinierung von Patienten mit malignem Melanom“ helfen, die optimale Patientenpopulation für eine DC-basierte Therapie zu identifizieren. In ihrer Arbeit zeigte sie, dass dendritische Zellen (DC), also Zellen des Immunsystems, bei einer effizienten Immuntherapie bei Tumorpatienten zur Erkennung eingedrungener Erreger oder veränderter Körperzellen notwendig sind.

Da Tumorzellen aber häufig vom Immunsystem nicht kontrolliert werden können, ist die Wirksamkeit dieser Therapie, vor allem bei Patienten im Spätstadium, häufig begrenzt. Im Gegensatz dazu erscheinen die Erfolgsaussichten einer DC-basierten Immuntherapie bei Tumor-freien Melanompatienten nach den Ergebnissen von Dr. Tüttenberg deutlich besser. Die Einzelarbeiten ihrer Habilitationsschrift wurden in den vergangenen Jahren in verschiedenen, renommierten internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht.

Frühdiagnose deutlich verbessern

Gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe gelang es Martin Götz, mit der molekularen Bildgebung einen neuen Bereich der Endoskopie des Verdauungstraktes für die klinische Anwendung zu eröffnen. Bei einer konventionellen Darmspiegelung werden bis zu 20 Prozent aller verdächtigen Veränderungen nicht erkannt. Dies konnte Dr. Götz in seinen drei wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema „ Molekulare Bildgebung des kolorektalen Karzinoms“, also zu Krebserkrankungen des Dick- und Enddarmes, nachweisen. Mit einem speziellen Kombinationsverfahren aus Darmspiegelung und Mikroskopie wird es in Zukunft möglich sein, die Frühdiagnose kolorektaler Karzinome, die einen Großteil der bösartigen Darmtumore ausmachen, deutlich zu verbessern. Die Ergebnisse wurden unter anderem in zwei Artikeln in der angesehenen Fachzeitschrift „Gastroenterology“ besprochen.

Weitere Informationen

Bereits zum 39. Mal wurde in diesem Jahr der Preis der Boehringer Ingelheim-Stiftung zur Förderung der Medizinischen Forschung an der Mainzer Universität vergeben. Über die Verleihung des Preises entscheidet der Fachbereichsrat Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Im Bild von links: Otto Boehringer, Vorsitzender der Boehringer Ingelheim Stiftung; Prof. Dr. Klaus Dugi, Leiter der Medizin Boehringer Ingelheim GmbH; Preisträgerin PD. Dr. med. Andrea Tüttenberg; Univ. Prof. Dr. med. Reinhard Urban, Wissenschaftlicher Vorstand Universitätsmedizin Mainz; Preisträger PD. Dr. Med Martin Götz; Prof. Dr. med. Jörg Michaelis, Boehringer Ingelheim Stiftung; Peter. E. Geipel, Boehringer Ingelheim Stiftung.