Fünf Millionen Euro für neue Projekte

Kooperationen zwischen Unis und Wirtschaft soll ausgebaut werden

Alb-Donau | 11.08.2010

Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) sieht im Ausbau von Kooperationen zwischen Hochschulen und Wirtschaft eine entscheidende Grundlage für die Zukunft Baden-Württembergs. Dieses Statement verdeutlichte er am Dienstag den Besuchern der TurboAcademy in Mannheim.

Baden-Württemberg profitiere als attraktiver Standort für Unternehmen und vom Projekt CaRLa in Heidelberg. Das Prinzip habe Vorteile für beide Seiten, sagte Frankenberg. Die Unis lieferten das Wissen, die Unternehmen die Infrastruktur. Angesichts des bevorstehenden Fachkräftemangels gehe es dabei auch um die Ausbildung von Ingenieuren.

Industry on Campus-Projekte

TurboAcademy und CaRLa sind zwei von derzeit zwölf sogenannten «Industry on Campus»-Projekten in Baden-Württemberg. Dabei sollen den Angaben zufolge Forscher von Industrie und Hochschulen täglich eng zusammenarbeiten. Frankenberg beabsichtigt, die Zahl der Projekte in Zukunft noch auszubauen.

Die Automobilindustrie ist laut Frankenberg das entscheidende Industriefeld.

Aber auch in den Bereichen Elektronik, Biotechnologie, Medizintechnik oder Gentechnik sieht der Minister Potenzial. Die Medizintechnik sei beispielsweise ein wichtiges Feld, weil sie weniger abhängig von Krisenzeiten sei. Gesundheit werde für die Menschen immer ein Thema sein. Auch die Gentechnik sei ein notwendiger Bereich. Durch sie könne ein Beitrag zur Sicherstellung der Welternährung sichergestellt werden.

Frankenberg kann auf die Unterstützung der Landesregierung zählen.

Die Wachstumskerne sitzen in den Bereichen nachhaltige Mobilität, Umwelttechnik, Gesundheit und IT-Dienstleistungen. Sie wurden von Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) im Juli definiert. Diese Bereiche könnten bis 2020 zwischen 50 bis 80 Milliarden Euro zusätzliche Wertschöpfung bringen, sagte Mappus.

Bisher seien die Kooperationen vor allem mit großen Konzernen zustande gekommen.

So wie bei BASF im Katalyselabor «CaRLa» oder bei Daimler, das sich in Karlsruhe am Elektromobilitäts-Projekt «e-drive» beteiligt, sagte Frankenberg. An der Fachhochschule in Karlsruhe solle spätestens im kommenden Jahr der Grundstein für ein «Industry on Campus»-Gebäude gelegt werden, in dem sich auch Mittelständler mit der Hochschule zusammentun sollen.

Finanzierung der Projekte:

Zur Gesamtfinanzierung der bisherigen Projekte konnte das Wissenschaftsministerium keine konkreten Angaben machen. Jedes Projekt werde individuell nach den jeweiligen Anforderungen gefördert, hieß es. Der Innovationsrat der Landesregierung habe aber empfohlen, weitere «Industry on Campus»-Vorhaben mit insgesamt fünf Millionen Euro zu fördern. Wo und wann diese Projekte umgesetzt werden, sei offen.

Die TurboAcademy ist eine gemeinsame Initiative der Hochschule Mannheim und des Automobilzulieferers BorgWarner Turbo Systems Engeineering GmbH

In der TurboAcademy beteiligen sich seit 2007 Studenten an der Grundlagenforschung für Auflade- und Motorentechnik. Daneben bildet die Einrichtung auch Berufstätige fort. In der Anfangsinvestition wurden zwei Millionen Euro finanziert. Land und Unternehmen zahlte je eine Million.
Der Leiter der TurboAcademy, Hans-Peter Schmalzl, sieht in der engen Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft kein Konfliktpotenzial. «Die Entscheidung über Projekte liegt bei der Hochschule», sagte er. Ein Gremium aus jeweils drei Mitgliedern der Hochschule und BorgWarner berate lediglich dabei. Der Konzern lasse große Freiheiten bei der Themenwahl.

Auch der Rektor der Technischen Hochschule Karlsruhe und Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, Horst Hippler, sieht in den Kooperationen Vorteile. Universitäten sollten sich noch mehr Unternehmen auf den Campus holen. Zur Schaffung von Flächen und Infrastruktur dafür fordert er mehr Autonomie für die Hochschulen.