101 Köpfe #2 Jürgen Zahn

Jürgen Zahn

101 Köpfe | 29.11.2010

Alternativ
Jürgen Zahn, Knoblauch GmbH

Jürgen Zahn ist mit seinem Unternehmen tief verbunden. Der Geschäftsführer der Knoblauch GmbH spricht über die Herausforderungen an Unternehmen, über Kreativität, die tägliche Arbeit und den Standort am Bodensee. 

Name: Jürgen Zahn

Alter: 40 Jahre

Position: Gesellschafter/Geschäftsführer

Unternehmen: Konrad Knoblauch GmbH

Hobbys: Familie, Design, Architektur, Kochen, Moutainbiken

 

Ihr Unternehmen entwirft Einrichtungskonzepte und Möbel. Woher nehmen Sie Ihre kreativen Ideen?

Meine Mitarbeiter und ich sind viel unterwegs und gehen mit offen Augen durchs Leben. Wir holen uns viel kreativen Input aus allen möglichen Branchen, die gar nicht unbedingt mit dem Ladenbau etwas zu tun haben müssen. Aber auch im privaten Bereich trifft man auf so viel Kreativität, oftmals genau da, wo man am wenigsten damit rechnet. Sei es bei einem Kochkurs, beim Sport oder beim Stadtbummel...

Sie leiten die Firma Knoblauch seit 2000. Was verbindet Sie mit dem Familienunternehmen Knoblauch?

Dankbarkeit Konrad Knoblauch gegenüber, der mich 2000 ins Unternehmen geholt hat und mir von Anfang an sehr viel Vertrauen geschenkt hat. Und die Dynamik in unserem Team und unserer Arbeit, die ich jeden Tag mit gestalte. Sie ist ein Teil von mir.

Vor welchen Herausforderungen steht ein Unternehmer heutzutage aus Ihrer Sicht?

Zum einen sind es die wirtschaftlichen Herausforderungen, die der Produktionsstandort Deutschland mit sich bringt. Zum anderen macht es uns die zunehmende Globalisierung nicht immer einfach. Zum Beispiel in der Kommunikation ist ein ständiges Abwägen der angebotenen Kanäle und der möglichen Intensität gefragt. Das Image am Markt dauerhaft stabil zu halten ist aus meiner Sicht eine der größten Herausforderungen.

Sie entwerfen Konzepte für namhafte Kunden wie Marc O'Polo, René Lezard, Polo Ralph Lauren, Käthe Kruse, Steiff etc.. Wie kann Knoblauch dem internationalen Markt stand halten?

Wir entwerfen diese Konzept nur teilweise selbst. Oftmals setzen wir auch Entwürfe anderer Planungsbüros um. Das Ziel ist es, immer besser zu sein, vorn dabei zu sein und dem Kunden entgegenzulaufen. Und dabei immer die Augen offen zu halten, nie auszuruhen. Letzten Endes ist bei unserem Vorgehen viel Bauchgefühl und Identifikation dabei. Die Wirkung auf den Markt geht immer von innen nach außen. Und das Innere muss immer wieder korrigiert werden, damit wir nicht vom Kurs abkommen.

 

Was macht den Unternehmensstandort Markdorf am Bodensee aus?

Das Umfeld für die Mitarbeiter. Wer hier ankommt will nicht mehr weg. Wir sind privat und in der Freizeit hier tief verwurzelt. Ich habe mir nie überlegt, ob Markdorf ein strategisch sinnvoller Standort für unsere Firma ist. Wir fühlen uns hier wohl, wir sind hier zuhause. Natürlich ist Markdorf eine sehr unternehmerfreundliche Stadt. Das macht es uns oft einfach.

Was gefällt Ihnen am meisten an Ihrer Arbeit?

Die Menschen um mich!

Urlaub am Bodensee oder lieber woanders?

Die Mischung macht's. Klar, ich bin gern hier am See, aber - zugegeben - ich will auch mal was anderes sehen. Im Urlaub suche ich den Input anderer Kulturen.

Ganz spontan in 15 Sekunden: 3 tolle Persönlichkeiten aus dem Bodenseekreis/ der Region?

In unserer Region gibt es so viele tolle Persönlichkeiten, dass es eigentlich unfair ist, nur drei davon zu benennen.

Blick in die Region: drei Vor- und drei Nachteile der Region Bodensee?

Die Vorteile sind klar: Freizeit, Klima, Wirtschaftskraft

Nachteile: Durch die überdurchschnittlich gute Arbeitsmarktsituation, ist es schwer, gute Mitarbeiter zu finden. Mir persönlich fehlt eine Großstadt. Und die Verkehrsanbindung könnte besser sein.

Ein Blick in die Glaskugel: Wo sehen Sie das Unternehmen Knoblauch in 5 Jahren? Wo sehen Sie sich selbst in 5 Jahren?

Mich selbst? Am Schreibtisch in Markdorf.

Für unser Unternehmen rechne ich nicht mit einem Riesensprung. Ich rechne nicht mit Zahlen sondern mit Qualität. Ich wünsche mir mehr Stärke, mehr Internationalität und einen höheren Bekanntheitsgrad. Ich bin um eine stete Entwicklung nach vorn bemüht, mit zufriedenen Kunden und Mitarbeitern. Ich will, dass wir einen guten Job machen.

Hätten Sie mir für fünf Jahre gesagt, dass wir bis 2010 unseren Umsatz verdreifachen, hätte ich gelacht. Und doch haben wir genau das geschafft.

 

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